Wer heute in das Bosch Professional 18V System investiert, stolpert unweigerlich über den Begriff ProCore. Sie gelten als die Formel 1 unter den Werkzeugakkus. Doch die ProCore Akku Unterschiede sind gewaltig – nicht nur im Preis, sondern vor allem in der Bauweise und dem Einsatzzweck.
Brauchst du wirklich den teuren 8.0 Ah Akku für deinen Akkuschrauber? Oder reicht der kompakte 4.0 Ah? Und was hat es mit der „Single Layer“ Technologie auf sich?
In diesem Cornerstone-Ratgeber zerlegen wir die Technik für dich. Wir vergleichen Gewicht, Ladezeiten und Leistung, damit du genau den Akku kaufst, den dein Werkzeug braucht – und keinen Euro zu viel ausgibst.
21700er Zellen
Statt alter 18650er Zellen nutzen ProCore die größeren, leistungsdichteren 21700er Zellen für mehr Power auf weniger Raum.
CoolPack 2.0
Rotes HDPE-Gehäuse leitet Wärme aktiv nach außen. Das verhindert Überhitzung und verlängert die Lebensdauer massiv.
BITURBO Ready
Nur ProCore oder neuere Akkus entfesseln die volle Leistung (bis zu 1.800 Watt) der neuen BITURBO Brushless Maschinen.
Inhaltsverzeichnis
Die Basis-Technik: Warum ProCore besser ist als Standard
Bevor wir auf die ProCore Akku Unterschiede der einzelnen Größen eingehen, müssen wir klären: Warum überhaupt ProCore?
Der Standard Bosch GBA Akku (der klassische schwarze) nutzt Akkuzellen im Format 18650. Das war jahrelang der Standard. ProCore setzt auf das Format 21700. Diese Zellen sind etwas dicker und länger, speichern aber deutlich mehr Energie und können diese schneller abgeben.
Das Ergebnis: Ein ProCore Akku liefert höhere Ströme (Ampere) an die Maschine, ohne dass die Spannung einbricht. Dein Winkelschleifer bleibt also nicht stehen, wenn du fest drückst.
Passt ProCore in meine alte Maschine?
Ja! Das Bosch Professional 18V System ist seit 2008 voll kompatibel. Du kannst den modernsten ProCore 12.0 Ah Akku in deinen 10 Jahre alten Akkuschrauber stecken – und umgekehrt. (Ausnahme: Einige sehr alte Ladegeräte laden ProCore extrem langsam).
Die Bauweisen erklärt: Single, Double & Triple Layer
Um die ProCore Akku Unterschiede wirklich zu verstehen, musst du in das Gehäuse schauen. Bosch stapelt die Zellen nämlich je nach Kapazität unterschiedlich. Das hat massive Auswirkungen auf Gewicht und Handlichkeit.
1. Compact (Single Layer) – Der 4.0 Ah ProCore
Hier sind nur 5 Zellen in einer einzigen Reihe verbaut.
- Vorteil: Extrem leicht und flach.
- Einsatz: Überkopf-Arbeiten, Küchenbau, Möbelmontage.
- Leistung: Vergleichbar mit einem Standard-Kabelgerät (~800 Watt).
2. Performance (Double Layer) – Der 5.5 Ah & 8.0 Ah ProCore
Hier sind 10 Zellen in zwei Reihen übereinander gestapelt.
- Vorteil: Der „Sweetspot“ aus Leistung und noch handhabbarem Gewicht.
- Einsatz: BITURBO-Geräte, Handkreissägen, Winkelschleifer.
- Leistung: Vergleichbar mit starken Kabelgeräten (~1.600 – 1.800 Watt).
3. Endurance (Triple Layer) – Der 12.0 Ah ProCore
Das Monster. Hier arbeiten 15 Zellen in drei Lagen.
- Vorteil: Maximale Laufzeit und Spitzenströme für stationäre Geräte.
- Einsatz: Kapp- und Gehrungssägen, große Bohrhämmer (SDS-Max), Baustrahler.
- Nachteil: Sehr schwer und hoch (passt nicht in alle Gürtelhalter).
Warum CoolPack 2.0 den Unterschied macht (Lebensdauer)
Viele Profis schauen nur auf Ah und Volt. Doch die ProCore Akku Unterschiede liegen oft im Unsichtbaren: dem Thermomanagement. Hitze ist der Todfeind jeder Lithium-Ionen-Zelle. Wenn du einen Akku im Winkelschleifer hart ran nimmst, entstehen im Inneren schnell Temperaturen von über 70°C.
Das Problem bei Standard-Akkus: Herkömmliche Akkus haben oft Luft zwischen den Zellen oder einfache Kunststoffhalter. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter (Isolator). Die Hitze staut sich im Kern („Hotspots“), die Zelle altert chemisch extrem schnell oder die Elektronik schaltet zur Sicherheit ab.
Die ProCore-Lösung: Bosch umschließt jede einzelne 21700er Zelle komplett mit einem speziellen, roten HDPE-Material (High-Density Polyethylen).
- Keine Luftlöcher: Das Material liegt hauteng an.
- Aktive Ableitung: Es saugt die Hitze förmlich aus der Zelle und leitet sie an die gerippte Außenhaut.
- Das Ergebnis: Der Akku bleibt kühler und kann länger hohe Ströme liefern, ohne abzuschalten. Das ist einer der gravierendsten ProCore Akku Unterschiede im Vergleich zu Billig-Nachbauten oder alten Systemen.
ProCore Akku Unterschiede im Detail: Welcher für wen?
Bosch ProCore 4.0 Ah: Der Leichtathlet
Der 4.0 Ah ProCore ist eine technische Meisterleistung. Er hat die gleiche Kapazität wie der „alte“ dicke GBA 4.0 Ah Akku, ist aber viel kleiner und leichter.
- Gewicht: ca. 515 g
- Ideal für: Akkuschrauber (GSR), Schlagschrauber (GDX), kleine Flex.
- Ultra-Leicht: Wiegt nur so viel wie ein Standard 2.0 Ah Akku.
- Volle 4 Ah: Genug Ausdauer für den ganzen Tag beim Schrauben.
- Single-Layer: Sehr flache Bauweise.
Bosch ProCore 5.5 Ah: Der Preis-Leistungs-Geheimtipp
Dieser Akku ist der technische Zwilling des 8.0 Ah. Er nutzt das gleiche Gehäuse und wiegt gleich viel, hat aber etwas günstigere Zellen verbaut.
- Der Clou: Er liefert die gleiche Spitzenleistung (Watt) wie der große 8.0 Ah! Deine BITURBO-Säge hat also volle Kraft, sägt nur nicht ganz so lange.
- Gewicht: ca. 955 g
- Ideal für: Preisbewusste Profis, die BITURBO-Power brauchen.
- BITURBO Ready: Liefert die volle Leistung (ca. 1.800 Watt).
- Spar-Tipp: Deutlich günstiger als der 8.0 Ah bei gleicher Power.
- Double-Layer: Identische Maße & Gewicht wie der 8.0 Ah.
Bosch ProCore 8.0 Ah: Der BITURBO-Standard
Wenn Bosch von „BITURBO“ spricht, meinen sie fast immer die Kombination mit diesem Akku. Die ProCore Akku Unterschiede werden hier am deutlichsten: Der 8.0 Ah kann dauerhaft so viel Strom liefern, dass eine Akku-Handkreissäge (GKS 18V-68) genauso stark sägt wie eine mit Kabel.
- Gewicht: ca. 955 g
- Ideal für: Alle BITURBO Maschinen, Winkelschleifer, Säbelsägen.
Keine Produkte gefunden.
Bosch ProCore 12.0 Ah: Das Kraftwerk
Brauchst du den? Für den Akkuschrauber: Nein (viel zu schwer, Balance kippt). Für den großen SDS-Max Hammer oder die Tischkreissäge: Ja! Er liefert nicht unbedingt „mehr Power“ als der 8.0 Ah (beide schaffen ca. 1.800W+), aber er hält diese Power deutlich länger und bleibt dabei kühler, weil sich die Last auf 15 Zellen verteilt.
- Gewicht: ca. 1.350 g (fast 1,4 kg!)
- Ideal für: Stationäre Geräte, SDS-Max, Dauereinsatz.
- Maximale Ausdauer: Der größte Akku im System für extrem lange Laufzeiten ohne Wechsel.
- Stationär-Profi: Ideal für Kapp- & Tischkreissägen oder Baustrahler (wo Gewicht egal ist).
- Triple-Layer: 15 Zellen in 3 Lagen für maximale Energiespeicherung.
Das Gewichts-Dilemma: HTML Vergleich
Viele unterschätzen das Gewicht. Ein Akkuschrauber mit 12.0 Ah Akku wiegt fast 1 kg mehr als mit einem 4.0 Ah Akku. Das spürst du bei jedem Handgriff.
Hier der visuelle Vergleich der ProCore Akku Unterschiede beim Gewicht:
Gewichtsvergleich (Je leichter, desto besser fürs Handgelenk)

Laden im Rekordtempo: Das GAL 18V-160 C
Wer über ProCore Akku Unterschiede spricht, muss auch über das Laden sprechen. Denn die großen Akkus brauchen mit einem Standard-Ladegerät (GAL 1880 CV) lange, bis sie voll sind.
Bosch hat für die ProCore Serie das GAL 18V-160 C entwickelt.
- 16 Ampere Ladestrom: Pumpt den Akku extrem schnell voll.
- Power Boost: Über die App kannst du einen „Boost-Modus“ aktivieren.
- Active Air Cooling: Das wichtigste Feature! Es bläst Luft durch den Akku. Da ProCore Akkus spezielle Kühlkanäle haben, kühlen sie beim Laden ab. Ein heißer Akku lädt nämlich langsam oder gar nicht.
Wartezeit halbieren: Das richtige Ladegerät
Ein 8.0 Ah Akku am Standard-Ladegerät braucht Stunden. Mit dem richtigen Lader ist er in der Mittagspause wieder voll. Wir zeigen dir, welcher Lader zu welchem Akku passt:

Video-Erklärung: Alles über die ProCORE Technik & das Schnellladegerät.
Praxis-Check: Welches Gewerk braucht was?
Theorie ist gut, Baustelle ist besser. Hier zeigen sich die ProCore Akku Unterschiede im täglichen Härtetest verschiedener Berufsgruppen. Finde dich wieder:
Der Zimmermann & Dachdecker: Du arbeitest oft auf dem Dach, Balance ist alles.
- Deine Wahl: Der 8.0 Ah ProCore.
- Warum? Er liefert die 1.800 Watt für deine Handkreissäge (GKS 18V-68), um Sparren zu sägen, wiegt aber noch unter 1 kg. Der 12.0 Ah wäre hier zu klobig und würde die Säge kopflastig machen.
Der Trockenbauer & Elektriker: Du schraubst über Kopf, bohrst hunderte Löcher oder setzt Dosen.
- Deine Wahl: Der 4.0 Ah ProCore.
- Warum? Hier zählen nicht Watt, sondern Ergonomie. Jedes Gramm weniger am Gürtel zählt. Die ProCore Akku Unterschiede beim Gewicht (515g vs. 955g) entscheiden hier darüber, ob dir abends die Schulter schmerzt oder nicht.
Der Metallbauer & Stahlbeton-Profi: Du flext Stahlträger oder bohrst 28mm Löcher in Beton.
- Deine Wahl: Der 8.0 Ah oder 12.0 Ah.
- Warum? Wenn der große Winkelschleifer (GWS 18V-15) läuft, zieht er extrem viel Strom. Der kleine 4.0 Ah würde hier thermisch zu schnell abschalten. Nur die mehrlagigen Akkus können die Hitze verteilen und die Power dauerhaft liefern.
Fazit: Welchen ProCore sollst du kaufen?
Die ProCore Akku Unterschiede lassen sich auf eine einfache Formel bringen:
- Für Handwerker (Schrauben/Montage): Nimm den 4.0 Ah ProCore. Er ist leichter als alles andere und liefert genug Power für 90% der Arbeiten.
- Für BITURBO-Nutzer (Sägen/Schleifen): Der 8.0 Ah ProCore ist Pflicht. Er ist der perfekte Kompromiss aus Power, Laufzeit und Gewicht.
- Für Stationär-Arbeiten: Der 12.0 Ah ProCore ist Nische, aber genial, wenn du keinen Stromanschluss hast und den ganzen Tag sägen musst.
Vermeide diese 3 häufigen ProCore-Fehler
Viele Profis verschenken Potenzial oder Geld. Mache es besser:
-
Fehler 1: Der „Viel hilft viel“-Irrtum
Kaufe keinen 8.0 Ah oder 12.0 Ah Akku für deinen Akkuschrauber! Das hohe Gewicht ermüdet dein Handgelenk sofort. Für 90% der Schraubarbeiten reicht der leichte 4.0 Ah völlig aus. -
Fehler 2: Am falschen Ende gespart (Ladegerät)
Wer teure ProCore Akkus an alten Standard-Ladern (z.B. GAL 18V-40) lädt, wartet ewig. Nutze für 8Ah+ Akkus unbedingt das GAL 18V-160 C, um die aktive Kühlung und Schnellladung zu nutzen. -
Fehler 3: Grün vs. Blau verwechseln
ProCore Akkus passen nur in Bosch Professional (blaue) Geräte und AMPShare Partner – niemals in die grüne Home & Garden Serie!
Noch mehr Bosch-Wissen gefällig?
Unsicher, ob sich der Aufpreis wirklich lohnt oder du einfach nur einen schnellen Überblick suchst?
FAQ: Häufige Fragen zu ProCore Akku Unterschieden
Ist ProCore besser als der normale GBA Akku? Technisch ja. ProCore hat ein besseres Wärmemanagement (CoolPack 2.0) und leistungsstärkere Zellen (21700). Er ist kompakter bei gleicher Leistung (4.0 Ah) oder liefert deutlich mehr Watt für schwere Geräte (8.0 Ah / 12.0 Ah).
Warum haben ProCore Akkus 5 Anschlüsse statt 3? Neben Plus (+), Minus (-) und dem Temperatursensor (T) nutzen ProCore Akkus zusätzliche Datenleitungen zur Codierung. So erkennt eine BITURBO-Maschine, dass ein Hochleistungsakku eingesetzt ist und schaltet die volle Power (bis zu 1.800 Watt) frei.
Kann ich ProCore Akkus mit dem alten Ladegerät laden? Ja, das ist problemlos möglich. Bosch Professional ist seit 2008 voll rückwärtskompatibel. Allerdings dauert das Laden eines großen 8.0 Ah oder 12.0 Ah Akkus mit einem kleinen Standard-Lader (z.B. GAL 18V-40) sehr lange.
Was bedeutet „CoolPack 2.0“? Das ist die rote Kunststoff-Ummantelung der Zellen im Inneren. Sie besteht aus HDPE (High-Density Polyethylen) und leitet Wärme physikalisch von den Zellen nach außen ab. Kühlere Akkus leben bis zu 135% länger als ungekühlte Akkus, da Hitze der größte Feind von Li-Ion-Zellen ist.
Lohnt sich der 5.5 Ah ProCore gegenüber dem 8.0 Ah? Ja, als Preis-Leistungs-Lösung. Da er die identische Spitzenleistung (Watt) liefert wie der 8.0 Ah, arbeiten deine Maschinen genauso kraftvoll. Du verzichtest lediglich auf Laufzeit, sparst dafür aber oft 30-40 Euro in der Anschaffung.
Passen ProCore Akkus auch in grüne Bosch Geräte? Nein! Die Bosch Professional (Blau) Serie und die Bosch Home & Garden (Grün) Serie sind zwei völlig getrennte Systeme. Die Akkus passen mechanisch nicht, obwohl beide 18 Volt haben. ProCore ist exklusiv für die blaue Profi-Serie (und AMPShare Partner).

Was ist die AMPShare Allianz? Bosch hat sein Akku-System für andere Profi-Marken geöffnet. Du kannst deine ProCore Akkus daher auch in Maschinen von Fein, Rothenberger, Brennenstuhl, Klauke und vielen weiteren Partnern nutzen. Ein Akku für viele Gewerke.
Ist der 4.0 Ah ProCore stärker als der GBA 5.0 Ah? In der Spitzenleistung (Watt) sind sie ähnlich, aber der ProCore 4.0 Ah ist einstöckig (Single Layer) gebaut. Das macht ihn deutlich flacher und leichter als den zweistöckigen GBA 5.0 Ah. Für Arbeiten über Kopf (Trockenbau) ist der kleine ProCore daher die ergonomisch bessere Wahl.
Sind ProCore Akkus wasserdicht? Sie sind sehr robust gebaut und vertragen Spritzwasser auf der Baustelle gut, haben aber keine offizielle IP-Zertifizierung für Wasserdichtigkeit (wie z.B. manche Makita XGT Akkus). Tauche sie niemals unter Wasser und schütze sie bei starkem Regen.
Wie lagere ich ProCore Akkus am besten? Wenn du sie länger nicht nutzt, lagere sie nicht randvoll (100%) und nicht leer. Ideal ist ein Ladezustand von 30% bis 50% (ca. 2 Balken an der Anzeige) an einem kühlen, trockenen Ort. Das verlangsamt die chemische Alterung der Zellen massiv.
Letzte Aktualisierung am 16.01.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
